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Durchstarter, Absteiger und Zukunftshoffnungen
Durchstarter, Absteiger und Zukunftshoffnungen
Jonas Hiller spielte eine ausgezeichnete Saison bei den Ducks

Nach einer langen Saison wurde in der Nacht auf Samstag der Stanley Cup vergeben. Nun befindet sich auch die beste Eishockeyliga der Welt in der Sommerpause. sport.ch blickt auf die Leistungen der Schweizer, die in der NHL engagierten sind und wagt Prognosen für die kommende Saison. In alphabetischer Reihenfolge:

Martin Gerber - Ottawa Senators / Toronto Maple Leafs

Rückblick: Für "Gerbs" verlief die Saison alles andere als geplant. Als Nummer 1 der Senatoren startete er in die vergangene Spielzeit. Nach desolaten Performances des ganzen Teams in der Startphase und einer kleinen Verletzung wurde der Emmentaler Torhüter abgeschoben. Obwohl die Leistungen der kanadischen Hauptstädter in der Folge nicht besser wurden, erhielt Gerber keine Chance mehr. Kurz vor Ende der Transferperiode kam dann der erwartete Wechsel zu den Toronto Maple Leafs. Aber auch in der Metropole wurde der 34jährige nicht wirklich glücklich. Abbild seines Befindens war der Ausraster nach einem fragwürdigen Tor, dem eine Behinderung vorangegangen war. Gerber schoss den Puck auf den Schiedsrichter und erhielt Spielsperren als Quittung.

Ausblick: Ob Gerber in der NHL bleiben kann oder gar in die heimische Ilfishalle zurückkehrt ist noch unklar. Einen so hochdotierten Vertrag wie bisher wird aber mit Sicherheit nicht mehr rausschauen. Ein Engagement in Schweden scheint am wahrscheinlichsten.

Weiterführende Links:
 
  Portrtäts: Schweizer NHL-Stars
 

Jonas Hiller - Anaheim Ducks

Rückblick: Die Spielzeit 08/09 wird Hiller immer in Erinnerung bleiben. Der Ostschweizer konnte beweisen, dass er auch in der NHL, der besten Liga der Welt, ein entscheidender Faktor sein kann. Seine Leistung über die gesamte Saison gesehen war bemerkenswert und die Steigerung in den Playoffs das Sahnehäubchen. Mit einer Abwehrquote von 91,9 Prozent belegte Hiller die Nummer 6 in dieser Kategorie, vor ihm alles Torhüter der Sonderklasse. Auch die Mannschaft steht hinter ihrem Keeper, Eishockeygrössen wie Teemu Selänne sind voll des Lobes für den 27jährigen.

Ausblick: Das einzige Problem des Jonas Hiller ist die Torhütersituation in Südkalifornien: Mit Giguere bleibt ein Goalie unter Vertrag, der den Ducks fast im Alleingang die Meisterschaft gewann (2007). Ob der 32jährige einfach so abgegeben wird ist fraglich, sicher ist auf Dauer werden nicht beide bleiben können, nur schon aus finanziellen Gründen.

Luca Sbisa - Philadelphia Flyers

Rückblick: Der Zuger ist die Schweizer Überraschung in der NHL. Letztes Jahr in der ersten Runde gezogen, überzeugt Sbisa mit seinem Körpereinsatz und unbändigem Willen. Die Abschiebung in die kanadische Juniorenliga nach der Hälfte der Saison kam trotzdem nicht überraschend, als sich die Langzeitverletzten im Team der Flyers zurück meldeten.

Ausblick: Dank 40 Ernstkämpfen in der NHL hat Sbisa einen enormen Vorteil im kommenden Trainingscamp der Flyers. Langfristig wird sich Sbisa so oder so durchsetzen und das Team aus Philadelphia scheint eine goldene Zukunft zu haben, auch dank dem Schweizer Haudegen.

Tobias Stephan - Dallas Stars

Rückblick: 10 NHL Einsätze, 5 davon als Starter, eine durchzogene Bilanz in seiner dritten Saison in Übersee. Mit Marty Turco steht dem Zürcher eine Grösse in der Sonne, die zwar einen guten Namen hat, aber auch nicht jünger wird. Trotz unterdurchschnittlichen Leistungen des Routiniers konnte Stephan von der Situation nicht profitieren. Es ist trotz allem als Vertrauenserweis zu werten, dass der 27jährige die ganze Spielzeit (mit Ausnahme eines zweiwöchigen Abstechers in die AHL) die Backup-Position der Stars besetzen konnte.

Ausblick: Mit einem neuen Trainer in Dallas - Marc Crawford ersetzt Dave Tippett - ist vieles ungewiss in Texas. Der Einjahresvertrag von Stephan läuft aus und eine Verlängerung wurde noch nicht kommuniziert. Wichtig für Stephan wird die Draft und der Beginn des Transferfensters sein, in welchen sich weisen wird, ob die Stars einen Torhüter verpflichten. Bis jetzt findet sich in der Organisation der Sterne kein adäquater Ersatz für den Schweizer.

Mark Streit - New York Islanders

Rückblick: Der Wechsel von der Eishockeyhauptstadt Montréal nach New York brachte dem Routinier den ersehnten Durchbruch. Der Berner ist gesetzt in der Verteidigung der Islanders und darf auch seinen Offensivendrang ausleben (56 Punkte), Einsatzzeiten von fast 30 Minuten waren die Regel. Der Höhepunkt der Spielzeit stellte sicherlich die Nomination fürs Allstar Game in Montréal dar. Eine glamouröse Rückkehr zum Team, das ihn nicht mehr wollte.

Ausblick: Dank langfristigem Vertrag ist Streit noch längere Zeit im Big Apple anzutreffen, ausser sein Verein wird disloziert, was im Moment gar nicht so unrealistisch scheint. Und wenn John Tavares - der wohl als erster in der kommenden Draft von den New Yorkern gezogen wird - einschlägt wie geplant, wird es für Streit und seine Kameraden auch sportlich wieder aufwärts gehen.

Yannick Weber - Montréal Canadiens

Rückblick: Drei Einsätze in der ersten Regular Season, gleich viele im Playoff inklusive einem Treffer. Alles gut und recht, aber um im Haifischteich Montréal zu bestehen, ist mehr nötig. Alleine das Dress des kanadischen Aushängevereins zu tragen, war aber Auszeichnung genug für den ehemaligen SC Bern Junior.

Ausblick: Allen Lorbeeren zum Trotz: Den Durchbruch hat Weber noch lange nicht geschafft. Besonders gefährlich ist der hohe Druck, der in der frankophonen Metropole ständig auf den Spielern und Teamverantwortlichen lastet. Sollte sich Weber bei den 'Habs' durchsetzen, steht einer aussergewöhnlichen Karriere überhaupt gar nichts mehr im Wege.

Von Tobias Hodel

 
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