94 Millionen Euro für Cristiano Ronaldo, 65 Millionen für Kaká, 15 Millionen für Raul Albiol und nun 35 Millionen für Karim Benzema - Real Madrid hat den nächsten Schritt zu einem neuen Dreamteam gemacht und innerhalb von vier Wochen rund 210 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben.
Olympique Lyon bestätigte den Transfer von Torjäger Benzema zu den Königlichen. Die Ablöse könne sich - je nach den künftigen Erfolgen Reals - auf bis zu 41 Millionen Euro erhöhen.
Der 21-jährige Stürmer erhält nach spanischen Informationen bei den Königlichen einen Sechsjahresvertrag. Real hatte bei den Transferverhandlungen auf das Tempo gedrückt, um Manchester United zuvorzukommen. Man United wollte den Stürmer als Ersatz für Cristiano Ronaldo verpflichten.
Benzema gilt als die grosse Hoffnung des französischen Fussballs. Er ist ebenso wie der frühere Weltstar Zinédine Zidane algerischer Abstammung. Zidane spielte von 2001 bis 2006 für Real und ist jetzt Berater des Vereinspräsidenten Florentino Pérez.
Ribéry ist die Schlossallee
Geht es nach Bayern-Manager Hoeness wird Benzema dabei nicht auf seinen Landsmann Franck Ribéry treffen. Bei der Präsentation des neuen Trainer Louis van Gaal in München hat Hoeness Einblicke in die Gespräche mit Real Madrid wegen eines Transfers von Ribéry gewährt. Hoeness äusserte sich dazu auf der Pressekonferenz:
"Es gab die eine oder andere Anfrage von Real Madrid aus höchster Stelle. Wir kennen ja die Leute sehr gut aus der G14-Sitzung. Die rechte Hand von Perez hat das eine oder andere Mal angerufen. Da habe ich ihn gefragt, ob er das Spiel Monopoly kennt. Da hab ich es ihm erklärt und gesagt, dass der FC Bayern vor zwei Jahren die Schlossallee gekauft hat. Und vier Hotels drauf gebaut hat. Diese Schlossallee gibt man nur her, wenn man in Not ist oder nicht mehr weiter weiss. Und wenn sich jemand da hinwürfelt, wird es teuer."
"Wir haben alle Fragen, nach München zu kommen, abgelehnt. Sie wollten das Spiel Monopoly nach ihren Regeln spielen. Aber es gibt die Aussage, dass wir Ribéry in München halten wollen. Nur wenn jemand ganz verrückte Dinge machen würde, würden wir überlegen."
Metzelder dementiert
Unterdessen hat Christoph Metzelder einen Wechsel von Real zu Besiktas Istanbul dementiert. "Das ist eine grosse Erfindung", sagte Metzelders Berater Jörg Neubauer. Er stellte klar: "Christoph sieht seine Zukunft in Madrid." Das spanische Sportblatt Marca hatte berichtet, dass Metzelder sich mit dem türkischen Meister auf einen Drei-Jahres-Vertrag verständigt habe. Bei Besiktas würde er dann auf den ehemaligen Schalker Fabian Ernst und Michael Fink, zuletzt bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag, treffen.
Ein Wechsel hänge nur noch davon ab, dass beide Clubs sich auf eine Ablösesumme einigen würden. Dies dürfte jedoch kein grösseres Hindernis sein, weil Real beim Aufbau einer neuen galaktischen Elf sich von zehn Spielern aus dem bisherigen Kader trennen wolle, betonte Marca. Der 47-malige Nationalspieler hatte beim spanischen Rekordmeister bisher allerdings nicht auf der Abschussliste gestanden.
Nach Angaben von Marca fürchtet der 28-Jährige jedoch, auch in der kommenden Saison in der Elf der Königlichen keinen Stammplatz zu bekommen. Metzelder benötigt Spielpraxis, wenn er bis zur Weltmeisterschaft 2010 in den Kader der Nationalelf zurückkehren möchte.