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Diskrimination im Bahnradsport gut oder schlecht?
Diskrimination im Bahnradsport gut oder schlecht?
Wenn die Reform durchkommt, wird Bruno Risi seine Karriere wohl vor London beenden

In diesen Tagen will der Weltverband UCI entscheiden, ob er sich dem Druck des IOC beugt und das Programm der Bahndiszizplinen für London 2012 ändert. Die Reform stösst auf zunehmenden Widerstand. Auch Swiss Cycling tendiert nicht in Richtung UCI.

Diskrimination im Bahnradsport

An den Olympischen Sommerspielen in Peking wurden bei den Männern sieben Medaillensets vergeben, bei den Frauen nur drei. Das IOC pocht nun auf die Gleichstellung der Geschlechter. Die Folge wäre, dass Ausdauerdisziplinen gestrichen und die Kurzzeit-Wettkämpfe ausgebaut würden. Punktefahren, Einzelverfolgung und Madison müssten über die Klinge springen. Das olympische Bahnprogramm würde inskünftig aus Sprint, Teamsprint, Keirin, Mannschaftsverfolgung und neu einem Omnium bestehen.

Den britischen Verband, der jedes Jahr über zehn Millionen Franken in den Bahnsport investieren kann, freut das neue Programm im Hinblick auf London 2012. Der italienische Bahntrainer Dino Savoldi hingegen spricht davon, dass die UCI den Bahnsport beerdigen wolle. Die Belgier haben in einer Fleissarbeit eine Dokumentation erstellt, in der sie aufgrund der Tradition beweisen wollen, dass die Ausdauerdisziplinen ihre Berechtigung haben.

Swiss Cycling pro Langdistanz

Swiss Cycling teilt die Ansicht der belgischen Funktionäre. Der Technische Direktor Roland Richner hält fest: "Die Frage der Gleichberechtigung wird auch in anderen Sportarten nicht eins zu eins erfüllt. Ob es Sinn macht, bei den Frauen Disziplinen zu pushen, in denen das Leistungsgefälle gross ist, muss bezweifelt werden. Im weiteren stellt sich die Frage, ob ausgerechnet ein Omnium so attraktiv inszeniert werden kann, dass für den Zuschauer die Spannung erhalten bleibt." Der Bahntrainer Daniel Gisiger verweist darauf, dass auch ein Omnium der Kurzzeit-Sparte zugerechnet werden muss, weil bei der Vielseitigkeitsprüfung Verfolgung und Punktefahren über kürzere Distanzen ausgetragen werden.

Keine Schweizer Sprinter vorhanden

Im Hinblick auf Peking war das Programm der Männer schon um das Kilometerzeitfahren gekürzt worden. Und wird das Bahnprogramm tatsächlich modifiziert, wird die Schweiz bei olympischen Bahnrennen auf Jahre hinaus abseits stehen. Ausdauerfahrer gab es immer wieder; 2004 in Athen gewannen Bruno Risi und Franco Marvulli im Madison die Silbermedaille. Auf Sprinter von Weltklasse wartet unser Land aber seit Jahrzehnten vergeblich.

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