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01.07.2009 Karriere-Ende von No Mercy![]() Liebherr no mercy 150_180 Die Springreit-Karriere von No Mercy ist beendet. Christina Liebherr muss ihr Ausnahmepferd wegen eines Sehnenrisses im linken Vorderbein aus dem Turniersport verabschieden. Die Schweizer Equipe verliert damit ihr bestes Pferd. Eine Ultraschall-Untersuchung mit einem Spezialgerät, in der Pferdeklinik in Teltge bei Münster, brachte am späten Dienstagabend die bittere Erkenntnis. "Es ist eine sportliche Tragödie. Ich habe meinen besten Sportpartner verloren", sagte Christina Liebherr nach kurzer Nacht traurig, aber gefasst. "Der Verlust ist riesengross und schmerzt sehr. No Mercy hat mir so viel Erfolg und Freude bereitet. Und nun ist mit einem Schlag alles vorbei. Er wird aber nicht operiert, sondern konservativ behandelt. Das angeschwollene Bein wird gekühlt und gepflegt. Ziel ist, dass sich No Mercy wieder schmerzfrei bewegen und auf unserer Weide in Riaz seinen Lebensabend geniessen kann." Die Beziehung bleibt Das Unglück ereignete sich am Dienstag im zweiten Springen des CHIO Aachen. Der erfolgreiche 14-jährige Holländer-Wallach der Weltcup-Vierten aus Bulle rutschte nach der Landung in einer Linkswendung am sechsten Hindernis weg, übersprang noch die Triple Barre, knickte danach ein und lahmte sofort. Christina Liebherr stieg vom Pferd und führte ihren Ausnahmespringer an den Ausgang. "Wir erhielten sofort Hilfe. Aber die Verletzung ist zu gross, um Illusionen für ein Comeback zu haben. Der plötzliche Abschied aus dem Turniersport ist hart, meine Beziehung zu No Mercy bleibt aber bestehen." Sobald es der Gesundheitszustand von No Mercy erlaubt, wird der Wallach nach La Baumetta in Riaz in den eigenen Stall transportiert. "Daheim fühlt er sich am wohlsten. Schwierig wird es werden, wenn künftig der Pferdetransporter vorfährt und No Mercy nicht eingeladen wird. Ich überlege mir, ob wir ihm nicht Hasen und Ziegen als künftige Weggefährten zur Seite stellen, damit er beschäftigt ist." Harmonie stets verbessert Christina Liebherr feierte mit dem heftigen No Mercy beachtliche Erfolge. Der Stern des temperamentvollen Wallachs, der oft auch Fehler seiner Reiterin korrigierte, ging mit dem GP-Sieg in Nörten-Hardenberg 2004 auf. An den Olympischen Spielen 2004 in Athen war die 30-jährige, gebürtige Deutsche als 13. beste Amazone der Welt. In San Patrignano 2005 gewann die Freiburgerin mit No Mercy sowohl im Einzel als auch mit der Schweizer Mannschaft EM-Silber. 2007 führte sie bis vor dem EM-Final das EM-Einzelklassement an, als ein Sturz in die Triple Barre alle realistischen Medaillen-Hoffnungen knickte. 2008 siegte das aussergewöhnliche Paar im GP des CSIO St. Gallen und im Nordrhein-Westfalen-Preis in Aachen, der drittbedeutendsten Prüfung am Weltfest des Pferdesports. In diesem Jahr verblüffte No Mercy mit Spitzenklassierungen in den Hallen von Zürich (7.), Vigo (5.) und 's-Hertogenbosch (4.) sowie beim Weltcupfinal in Las Vegas, den sie als Vierte beendete. Im GP von St. Gallen 2009 klassierte sich das auch in zahlreichen Nationenpreisen verlässliche Paar als Zweite und unterstrich die Hochform auch mit Rang 5 im GP in Rotterdam. Kann ein anderes Pferd in Liebherrs Beritt No Mercy ersetzen? "Kein Pferd ist mit No Mercy vergleichbar", sagt Liebherrs Trainerin Susanne Behring. In Monte Carlo deutete aber ein gewisser Rendam, achtjährig und englischer Abstammung von Luidam, mit einem sechsten Platz in einem schweren Springen -- bei seinem dritten Turniereinsatz -- Qualitäten an. "Rendam ist ein Spätzünder und hat viel Potenzial", macht sich Liebherr neuen Mut. Im Nationenpreis am Donnerstag wird sie den elfjährigen Hengst Robin Hood satteln, mit dem sie am Mittwochmorgen eine Trainingsrunde bestritt. von Peter Wyrsch (Si) |
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