01.07.2009
Schwizer sorgte für ersten Schweizer Sieg

Pius Schwizer sorgte für ersten Schweizer Sieg am CHIO Aachen.
Der Schock über das Karrierenende von Christina Liebherrs No Mercy hemmte die Schweizer Springreiter im Preis von Europa, dem zweithöchst dotierten Einzelspringen am CHIO Aachen. Der Sieg und 30 000 Sieggeld ging an Bond, Ashlee Bond aus den USA.
Dafür gewann Pius Schwizer mit seinem 13-jährigen Inländer Wallach Unique die "kleine Tour" mit Siegerrunde und strich hiefür 5000 Euro ein. Beraten von seinem neuen Trainer Markus Fuchs forcierte Schweizer Meister Schwizer vor allem zu Beginn und gegen Parcoursende das Tempo und siegte mit 15 Hundertstel Vorsprung vor dem für die Ukraine startenden Brasilianer Cassio Rivetti auf Billy Birr. "Unique erfreut sich einer guten Form, was er schon mit dem zweiten GP-Platz in Rotterdam bewiesen hat. Ich verfüge derzeit mir Carlina, die ich im Nationenpreis reiten werde, Ulysse und Unique über drei Spitzenpferde", sagte der Oensinger erfreut. Und dabei laboriert seine Olympiastute Nobless noch an einer hartnäckigen Knochenhautgentzündung, die einen EM-Start nicht zulässt.
Bonds steiler Aufstieg
Ashlee Bond ist ein neuer Name in der langen Siegerliste in Aachen. Das 24-jährige Girl aus Kalifornien sorgte für den ersten amerikanischen Sieg im Preis von Europa nach William Steinkraus Triumph auf Riviera Wonder vor genau 50 Jahren. Die hübsche Amazone begann ihre internationale Karriere erst vor Jahresfrist, figuriert erstmals in der US-Equipe und startete erstmals in Aachen. Mit ihrem 12-jährigen Holsteiner-Fuchs Cadett machte sie schon in den Nationenpreisen von La Baule, Rom und St. Gallen auf sich aufmerksam und schuf mit fehlerfreien Runden in beiden Nations-Cup-Umgängen für eine nie zuvor erreichte Bestleistung.
Hinter der überlegenen Bond (45,93) kamen die Französin Pénélope Leprevost mit Mylord (47,49) und Weltmeister Jos Lansink (Be) mit Spender (47,81) auf die Plätze zwei und drei. "Ich freue mich riesig über den ersten Erfolg in Aachen. Das ist fantastisch", jubelte die von ihrem Teamkollegen Richard Spooner betreute Bond. Neben dem Reiten hat die Kalifornierin noch einen Zweitjob. Sie ist als Chefin einer Firma mit eigener Sport- und Unterwäasche-Modelinie. "Meine Kreationen sind sehr schön und sexy", meinte sie mit einem verführerischen Lachen.
Die beiden einzigen Schweizer Reiter im Hauptevent des Mittwochs, dem 30 000 Zuschauer beiwohnten, vermochten nicht in die Entscheidung einzugreifen. Sowohl Steve Guerdat mit Jalisca Solier als auch Pius Schwizer mit Ulysse verzeichneten je zwei Abwürfe im Normalparcours. Guerdat wurden zweimal die Kombinationen zum Verhängnis, Schwizer die Triple Barre und ein Oxer vor der Haupttribüne, als er zu dicht am Sprung war.
Schärlis Dressurpferd lahmte
Schlecht begann der Dressur-GP für die nach dem Ausfall von Silvia Iklé/Salieri CH ohnehin dezimierte Equipe. Patricia Schärlis Conterno wurde zu Beginn der Darbietung nach dem starken Trab vom Preisgericht abgeläutet. Ihr 14-jähriger Däne ging im linken Vorderbein lahm. Genaue Untersuchungen im Tierspital Zürich werden ergeben, was dem Fuchs fehlt. Conterno, Dritter der Schweizer Meisterschaften vor zehn Tagen, bekundete bereits bei der ersten Veterinärkontrolle in Aachen Probleme, nachdem er zuvor nie lahm gegangen war. Besser lief es dem Meisterschaftszweiten Christian Pläge auf seinem schon 17-jährigen Regent. Mit 67,170 Punkten erfüllte er die Erwartungen und rangiert auf dem sechsten Zwischenrang nach 17 Statrern. Regent überzeugte vor allem durch seinen Schwung und seine Frische, den sicheren Wechseln und seinen gelungenen Galopp-Pirouetten.
von Peter Wyrsch (Si)
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