03.07.2009
Gewitter verhinderte Top-Leistungen

Sanya Richards.
Nach den Bislett Games in Oslo, dem zweiten von sechs Meetings der Golden League, sind noch sechs Athleten im Rennen um den Millionen-Jackpot. Keine Blösse gaben sich die Topfavoriten Sanya Richards (400 m), Jelena Isinbajewa (Stab) und Kenenisa Bekele (Äth). Asafa Powell (Jam) gewann die 100 m in 10,07.
Auch die amerikanische Hürdensprinterin Damu Cherry, die jamaikanische Sprinterin Kerron Stewart (100 m) und der finnische Speerwerfer Tero Pitkämäki verblieben im Kampf um den Jackpot. Cherry, die Dritte der US-Trials, setzte sich in 12,68 gegen Brigitte Foster-Hylton (Jam) und Pricilla Lopes-Schliep (Ka) durch. Stewart siegte überlegen in 10,99 und Pitkämäki gewann mit 84,63 m das Duell gegen seinen ewigen Konkurrenten Andreas Thorkildsen (No).
Stefan Müller (29), der einzige Athlet von Swiss Athletics, zeigte bei seiner ersten Teilnahme an einem Golden-League-Meeting seit Weltklasse Zürich 2007 eine bescheidene Leistung. Der Winterthurer warf im ersten Versuch 73,36 m und konnte sich im Weltklasse-Feld als Neunter und Letzter erwartungsgemäss nicht für den Final qualifizieren.
Insgesamt boten die Bislett Games in diesem Jahr nur wenige Höhepunkte. Kurz vor Beginn des Hauptprogramms machte das Wetter den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung. Nachdem eine Hitzewelle in den letzten Wochen das Thermometer in der norwegischen Hauptstadt in die Höhe schnellen gelassen hatte, zog ausgerechnet kurz vor Wettkampfbeginn ein heftiges Gewitter auf und sorgte für eine deutliche Abkühlung.
Souveräne Richards
Als eine der wenigen liess sich Sanya Richards nicht vom Wetter beeindrucken. Die Amerikanerin eröffnete über 400 m das Meeting mit einem souveränenen Start-Ziel-Sieg und wahrte sich die Chance auf die Million. Mit 49,23 stellte die gebürtige Jamaikanerin, die seit Zürich 2004 kein Golden-League-Rennen verloren hat, eine Jahresweltbestzeit auf. Die Olympia-Zweite Sherika Williams (Jam), die als einzige einigermassen mit Richards mithalten konnte, blieb ebenfalls unter 50 Sekunden.
Keine Chance hatte die Weltmeisterin und Olympiasiegerin Christine Ohuruogu. Die Britin wurde bei ihrem erst zweiten Start in diesem Jahr über 400 m bereits nach 150 Metern von der neben ihr laufenden Williams überholt und musste sich mit Rang 6 begnügen. Bereits vor dem Rennen hatte die 25-Jährige angedeutet, dass ihr grosses Ziel die WM in Berlin sei. "Ich trainiere nicht, um gute Zeiten zu laufen, sondern um Medaillen zu gewinnen."
Nur 4,71 m für Isinbajewa
Eine enttäuschende Leistung bot Jelena Isinbajewa (Russ), obwohl sie einmal mehr zu einem sicheren Sieg kam. Der 27-jährigen Überfliegerin aus Wolgograd reichte ein gültiger Versuch über 4,71, um die Konkurrenz für sich zu entscheiden. Nachdem sie zuerst auf ihrer Einstiegshöhe gescheitert war, meisterte sie die Höhe im zweiten Anlauf souverän. Als einzige Konkurrentin übersprang Monika Pyrek (Pol) dieselbe Höhe, allerdings erst im dritten Versuch. Über 4,81 scheiterten sowohl Pyrek als auch Isinbajewa jeweils deutlich.
Auch der dritte Topfavorit im Kampf um die Jackpot-Million, 5000-m-Läufer Kenenisa Bekele, kam zu einem ungefährdeten Sieg. Der Doppel-Olympiasieger von Peking setzte sich vor Beginn der letzten Runde an die Spitze des Feldes und hielt die Konkurrenz im langgezogenen Endspurt sicher in Schach. Mit 13:04,87 fiel Bekeles Siegerzeit allerdings bescheiden aus.
von Christian Finkbeiner (Si), Oslo